Authentische Cowboyboots
Schuhe sind immer auch ein Ausdruck des Lebensgefühls – und mit keinem anderen Schuhwerk drückt man so viel aus wie mit den klassischen Boots der amerikanischen Rancher. Freiheit, Abenteuer, Lebensart – der lederne Stiefel ist ein absoluter Mythos. Wer sich für so einen Klassiker entscheidet, der legt auf zwei Dinge besonderen Wert: auf Qualität und Authentizität. Doch was macht ihn eigentlich aus, den authentischen Cowboystiefel?
Um diese Frage zu beantworten, muss man sich ein wenig mit der Geschichte des robusten Lederstiefels beschäftigen.
Eines ist klar: Er sieht nicht zufällig aus, wie er eben aussieht. Als Arbeitsschuhwerk der Ranch-Arbeiter und Viehzüchter wurde er vor allem im Sattel getragen. Er musste also zwei Anforderungen erfüllen. Erstens musste er sich optimal für die Arbeit zu Pferd eignen. Zweitens musste er nahezu unverwüstlich sein.
Aus diesem Grunde wurde er von jeher aus besonders strapazierfähigem Material gefertigt. Das Oberleder bestand bei den ursprünglichen Modellen aus festem Rindsleder. Ob Spitze oder Schaft – kein Vieh-Huf und kein Schlangenbiss konnte die feste Lederschicht des Stiefels durchdringen. Der hohe Schaft, unter dem Hosenbein getragen, verhinderte darüber hinaus das Eindringen von Sand und Staub. Auch Wasser hatte gegen die fest Hülle keine Chance.
Dass auch die Sohle aus Leder gefertigt wurde, war der Arbeit im Sattel geschuldet.
Zusammen mit der spitz zulaufenden Form des Stiefels verhinderte die glatte Sohle bei Stürzen ein Hängenbleiben im Steigbügel. Die vier bis fünf Zentimeter hohen, schrägen Absätzen hingegen gaben sowohl beim Reiten als auch bei der Arbeit mit dem Lasso besten Halt. Solch solide Stiefel waren nicht nur das Grundarbeitszeug der hart arbeitenden Cowboys, sie waren oft auch ihr ganzer Stolz.
Erst ab 1875 kam das robuste Schuhwerk auch als Fußbekleidung der breiteren Massen in Mode. Westernstiefel wurden nun aus verschiedenen Lederarten hergestellt. Waren die Originale oft nur schlicht schwarz oder braun, so kam nun endlich Farbe ins Spiel. Zusätzliche Ziernähte und aufgenähte Applikationen machte die Boots zum einen optisch interessanter, zum anderen aber auch noch stabiler.
Kunstvolle Muster und Farbkombinationen entstanden auf diese Weise. Träger solcher auffälligen Modelle wurden seinerzeit „Saddle Dandies“ genannt. Der bunte, auffällige, extravagante Westernstiefel ist also kein Produkt unserer Tage, sondern kann durchaus als absolut authentisch gelten.
Form und Robustheit der Westernstiefel ist bis heute weitestgehend erhalten geblieben.
Typisch für einen authentischen Cowboystiefel sind noch immer die hohe, spitze Form, die lederne Sohle und der feste, schräge Absatz.
Neben klassischem Rindsleder kommen heute auch so exotische Materialien wie Straußenleder, Aal- oder Rochenleder zum Einsatz. Häufig werden auch mehrere Lederarten kombiniert.
Die einstigen Arbeits-Boots sind weltweit zum modischen Kult geworden. Individualität und Authentizität machen die geschichtsträchtigen Stiefel auch bei den Asphaltcowboys unserer Tage so beliebt. Kein Wunder, denn sie sind einfach nur zeitlos schön.